Interviews

Scion of Mars

Martin aus Bonn alias Scion of Mars über seinen ersten Live-Act in einer alten Ziegelei, seine breiten musikalischen Einflüsse und seine Botschaft für den Planeten.

3 Min. Lesezeit

Scion of Mars

Hier ein Interview mit meinem Psy-Freund Scion of Mars. Auf seiner Website http://scion-of-mars.de/ kannst du seinen Track „Gaya“ kostenlos herunterladen.

Erzähl uns ein bisschen von dir. Wo bist du geboren und wo lebst du?

Hallo, ich heiße Martin. Ich lebe und arbeite mit meiner Familie in Bonn. Elektronische Musik begleitet mich fast mein ganzes Leben. Aber als sich 1995 die Melodie eines Psytrance-Tracks in mein Hirn gebohrt hat, war es um mich geschehen (lol).

Wie heißt dein Projekt, und warum und wie hast du damit angefangen?

Der eigentliche Start meines Psytrance-Projekts liegt schon einige Jahre zurück. Anfang des neuen Jahrtausends hatte mich der Progressive-Sound komplett gepackt (das Album Headcleaner von Atmos war für mich eine Offenbarung). Sechs Wochen vor einer Party von Freunden hatte ich das Glück, sonst nichts zu tun zu haben. Also habe ich mein ganzes Equipment in eine alte Ziegelei geschleppt und dort, umgeben von vielen psychedelischen Bildern eines Künstlers, der damals dort arbeitete, meinen ersten Live-Act zusammengebaut. Danach hatte ich jahrelang viel um die Ohren: Familiengründung (Vater werden und sein), mein Studium in Musikwissenschaft, Psychologie und Musiktherapie abschließen und wieder ins Berufsleben einsteigen. Ab und zu habe ich mit Freunden auf Partys an den Jogwheels gedreht, aber selbst nichts produziert. Am Ende waren es die Ruhe und Geborgenheit meiner Familie, die mich wieder zum Schaffen gebracht haben. Meine erste EP als Scion of Mars ist letztes Jahr im März erschienen.

Was fasziniert dich an der Psytrance-Kultur?

Ich bin leidenschaftlicher Tänzer. Wenn ich auf eine Party komme und der Sound stimmt, gehe ich auf den Dancefloor und komme erst wieder runter, wenn ich gerade noch auf den Knien rutschen kann. Ein Umfeld, in dem ich so feiern kann, finde ich nur in der Psytrance-Kultur. Ich liebe die Atmosphäre der Schwarzlicht-Deko und der abgefahrenen String Art und das friedliche Zusammensein bunter Menschen um mich herum. Das Größte für mich ist, auf einem Open Air den Sonnenaufgang mit herzzerreißend schönen Klängen zu erleben.

Was sind deine musikalischen Einflüsse?

Die sind wirklich ziemlich breit. Ich bin in den Siebzigern geboren, und meine Eltern haben Popmusik gehört, Bee Gees, Abba, Boney M., Rod Stewart und so weiter. Als Kind habe ich in einem Akkordeonorchester gespielt, also hat auch Volksmusik ihre Spuren hinterlassen. Von dem Tag an, als mein Onkel mir Jean-Michel Jarre vorgespielt hat, wollte ich das Akkordeon so schnell wie möglich loswerden und Synthesizer spielen. In meiner Schulzeit und danach habe ich einen mehrjährigen Umweg über Hard Rock und Heavy Metal gemacht und war Sänger und Keyboarder in mehreren Bands. Im Studium habe ich mich natürlich in alles Mögliche vertieft: Klassik, Jazz und vor allem Neue Musik. Was mich dann wieder richtig gepackt hat, waren die amerikanische Minimal Music der Siebziger und elektroakustische Musik.

Als Artists haben wir eine Verantwortung gegenüber unserem Publikum. Was ist der zentrale Gedanke, den du deinen Hörer:innen mitgeben willst, was ist deine Botschaft?

Bewahrt diesen Planeten mit all seiner Schönheit. Wir haben keinen anderen. Wartet nicht darauf, dass die Politik Gesetze erlässt, die euch sagen, wie ihr handeln sollt, werdet selbst aktiv. Verkleinert euren ökologischen Fußabdruck, wo immer ihr könnt, und reduziert euren Konsum auf das, was ihr braucht. Lebt euer Leben mit Freude, Wertschätzung und Respekt vor allem Lebendigen.

Nenn uns ein Teil deines Produktions-Equipments, das du magst, und erzähl uns, warum.

Meinen Ultrasone Signature Studio Kopfhörer in Kombination mit Sonarworks. Ich produziere meine Musik abends im Wohnzimmer vor. Danach gehe ich runter in den Keller, wo ich eine kleine selbstgebaute Studiokabine mit einem zusätzlichen Paar Monitorboxen habe. Meistens sind dort nur noch kleine Korrekturen am Sound nötig. Das funktioniert für mich sehr gut.